Tipp 1: Kein Fett in den Abfluss
Bratfett, Speiseöl, Butter — flüssig sieht es harmlos aus. Aber sobald Fett abkühlt, wird es fest und lagert sich an den Innenwänden des Rohrs ab. Mit der Zeit verengt sich der Durchmesser immer weiter, bis irgendwann nichts mehr durchgeht. Besonders tückisch: Fettablagerungen verbinden sich mit anderen Rückständen zu einer betonharten Masse, die selbst eine Spirale nur schwer lösen kann.
So geht es richtig: Pfannen und Töpfe mit Küchenpapier auswischen, bevor Sie sie abspülen. Altes Frittieröl in eine leere PET-Flasche füllen und über den Restmüll entsorgen. Das gilt auch für Salatdressing-Reste und Soßen.
Tipp 2: Siebe in Dusche und Spüle
Ein einfaches Abflusssieb kostet ein paar Euro — und spart hunderte. In der Dusche fängt es Haare ab, in der Küchenspüle Essensreste und Kaffeegrund. Ohne Sieb landen diese Partikel im Rohr und bilden dort den Kern für eine Verstopfung.
Tipp vom Techniker: Reinigen Sie das Sieb nach jedem Duschen oder Abwasch kurz. Klingt lästig, wird aber schnell zur Routine — und ist immer noch angenehmer als stehendes Wasser in der Dusche.
Tipp 3: Keine Feuchttücher ins WC
Das ist die Nummer-eins-Ursache für verstopfte Kanäle, die wir in Hannover und Umgebung sehen. Auch wenn auf der Verpackung "spülbar" steht — Feuchttücher lösen sich im Wasser nicht auf. Sie verfangen sich an Rohrverbindungen und Unebenheiten und bilden in Kombination mit Fett sogenannte "Fatberge", die den gesamten Kanal blockieren können.
Ins WC gehören nur drei Dinge: Urin, Stuhl und normales Toilettenpapier. Alles andere — Feuchttücher, Wattestäbchen, Damenhygieneartikel, Zahnseide — gehört in den Abfalleimer. Wenn Sie das konsequent umsetzen, halbieren Sie das Verstopfungsrisiko sofort.
Tipp 4: Regelmäßig heißes Wasser durchspülen
Einmal pro Woche einen Topf kochend heißes Wasser in jeden Abfluss gießen — Küche, Bad, Waschbecken. Das löst beginnende Fett- und Seifenablagerungen, bevor sie sich verhärten können. Besonders wichtig in der Küche, wo Fettreste sich am schnellsten ansammeln.
Wichtig: Kein heißes Wasser in Kombination mit chemischen Rohrreinigern verwenden. Die Dämpfe können gefährlich sein, und die Chemie greift Dichtungen und Kunststoffrohre an. Heißes Wasser allein reicht als Prävention völlig aus.
Tipp 5: Haare nach dem Duschen entfernen
Haare bilden im Abfluss ein Netz, in dem sich Seifenreste und Schmutz verfangen. Innerhalb weniger Wochen entsteht ein fester Pfropfen, der den Abfluss immer langsamer werden lässt. Wer nach jedem Duschen kurz die sichtbaren Haare aus dem Abfluss nimmt, vermeidet das Problem komplett.
Bei langen Haaren: Ein Haarfänger-Sieb aus Silikon ist eine der besten Investitionen fürs Badezimmer. Es liegt einfach auf dem Abfluss, die Haare bleiben oben — kurz ausleeren, fertig. Kosten: unter fünf Euro, Wirkung: enorm.
Tipp 6: Kaffeesatz und Speisereste in den Müll
Kaffeesatz im Abfluss ist ein Klassiker — und ein teurer Irrtum. Das feine Pulver verbindet sich mit Fett und Seife zu einer zähen Paste, die sich im Rohr absetzt und immer fester wird. Dasselbe gilt für Reiskörner, Nudelreste und Mehl: Alles, was quillt, hat im Abfluss nichts verloren.
Besser: Kaffeesatz kommt in den Biomüll oder auf den Kompost. Tellerreste vor dem Spülen in den Müll kratzen. Auch kleine Mengen summieren sich über Wochen und Monate zu einer ernsthaften Ablagerung im Rohr.
Tipp 7: Jährliche Wartung für Mehrfamilienhäuser
In Einfamilienhäusern reichen die Tipps 1 bis 6 meistens aus. Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien und älteren Gebäuden sieht das anders aus: Hier nutzen viele Parteien dieselben Leitungen, der Verschleiß ist höher und einzelne Mieter halten sich nicht immer an die Regeln.
Deshalb empfehlen wir für Mehrfamilienhäuser eine jährliche Hochdruckspülung der Hauptleitung. Das ist deutlich günstiger als ein Notdienst-Einsatz am Sonntagabend — und verhindert, dass sich Ablagerungen über Jahre aufbauen. Fragen Sie uns nach einem Wartungsvertrag mit Festpreis.
Was tun, wenn es doch passiert?
Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Das Wasser steht, der Abfluss ist dicht. In dem Fall gilt:
- Keine chemischen Rohrreiniger — sie machen es fast immer schlimmer. Die Chemie greift Dichtungen an und erschwert die mechanische Reinigung danach.
- Pümpel probieren — bei kleinen Verstopfungen im Waschbecken oder in der Dusche oft erfolgreich. Richtig aufsetzen, fest drücken, ruckartig ziehen.
- Siphon prüfen — unter Waschbecken und Spüle. Eimer drunter stellen, Siphon abschrauben, reinigen, wieder anschrauben.
- Bei Rückstau im Keller: sofort Profi rufen — das ist kein DIY-Fall. Hier steht möglicherweise Schmutzwasser, das Gesundheitsrisiken birgt.
In unserem Ratgeber finden Sie weitere Erste-Hilfe-Tipps bei verstopftem Abfluss. Und wenn gar nichts mehr geht: Unsere Rohrreinigung ist rund um die Uhr erreichbar — Festpreis am Telefon, Anfahrt kostenlos.
